offizielle Literaturempfehlungen

Da natürlich angedacht ist, dass auch Dozenten und Institute und andere ‚offiziellen‘ Akteure das Bibliotheks-Tagging-System nutzen sollen, habe ich jetzt einfach mal selber Hand angelegt um einen, wie ich finde, interessanten Anwendungsfall von Tagging in Bibliotheken auszuprobieren. Mein Institut, das IfAS, veröffentlicht eine Liste von Literaturempfehlungen. Dabei handelt es sich um Grundlagenliteratur zu verschiedenen Fachgebieten innerhalb der Sprachwissenschaft. Diese Literaturempfehlungen habe ich jetzt zur Hälfte nach myBib übertragen.

Der Das Tag ifas_literaturempfehlung, das ich für jede der Ressourcen vergeben habe, soll diese – sozusagen qualitativ gesicherte – Empfehlungen im System sichtbar machen. Die Titel sind unter einem Nutzer mit dem Namen ifas gespeichert. Insgesamt sind die Empfehlungen somit über den Nutzer unter users_ressources/ifas/all (verlinkt bei allen gespeicherten Ressourcen) und über den Tag unter tag/ifas_literaturempfehlung einsehbar.

Da die Liste erfreulicherweise nach Themengebieten kategorisiert ist, habe ich diese gleich für jeden Titel als Tag angegeben, Ober- und Unterkategorien auf einem Level, folksonomy-flach eben. Praktisch, dass die Hierarchie trotzdem nutzbar bleibt: Sobald ein Tag ausgewählt wird, erscheinen unter ‚Verwandte Tags‘ (die gemeinsam mit einem Tag vergebene Tags) die entsprechenden Unterkatorien (aber auch die Unterunterkategorien – und die Oberkategorien, so sie noch nicht ausgewählt sind). Es wird interessant sein, zu beobachten, ob Nutzer ihre Suche auf diese Weise verfeinern. So sieht das ganze z.B. für den dasTag ‚Sprachwissenschaften‘ aus:

verwandte tags zu tag sprachwissenschaft

Dabei ist das Konzept (<selbstkritik>und dessen Darstellung</selbstkritik>) der Schnittmengenbildung wohl für viele User zu technisch, und zu wenig selbsterklärend. Zumindest hat sich das in meinen ersten Benutzertests abgezeichnet… Für Vorschläge, wie man diese doch sehr hilfreiche Funktion besser darstellen kann, wäre ich dankbar. Zur Zeit halte ich mich relativ eng an die Vorlage von bibsonomy.org.

Sehr gefreut habe ich mich, als ein aufmerksamer Nutzer dann einen von mir noch nicht eingetragenen Titel aus der Liste mit dem Tag ifas_literaturempfehlung versehen hat. Entweder, die Literaturempfehlungen waren schon bekannt, oder meine Quellenangabe, die ich sicherheitshalber bei jedem Titel zusammen mit Anmerkungen aus der Institutsliste als Nutzerkommentar eingetragen habe, hat geholfen. Aus Sicht der Nutzer mit ‚offiziellem‘ Status (Institute, Dozenten, Bibliotheksfachkräfte, Forschungsgruppen, Fachschaften…) wäre es aber sicherlich wünschenswert, wenn zumindest die Identität aus dem Nutzernamen hervorgeht und als verifiziert angezeigt wird. Aus meiner Sicht dürfte das ausreichen. Ich spiele aber auch mit dem Gedanken, spezielle Tags einzuführen, für deren Vergabe spezielle Rechte notwendig sind und die prominenter angezeigt werden, etwa nach dem Muster: ~[nutzername]:[tag]: ~ifas:literaturempfehlung. Qualitätsgewinn oder Demokratieverlust?

Erschreckend war allerdings, dass einige der aufgeführten Titel in unserer Bibliothek gar nicht vorhanden sind. Zugegebenermaßen sind einige Titel noch nicht erschienen – ein überzeugendes Argument. Das war aber bestimmt nicht für alle der Fall. Und alles, was nicht im OPAC aufrufbar ist, für mein System leider unsichtbar. Dabei hätte ich in dieser Situation liebend gerne das Tag ‚anschaffen_aber_schnell‘ vergeben… Ich überlege, ob ich die fehlenden Ressourcen nicht der Reihe nach zur Anschaffung vorschlage (zur Zeit leider wg. Geldmangels geschlossen) Wenn mir jemand dabei helfen möchte, veröffentliche ich hier gerne eine Liste…

Hoffentlich überlädt nicht schon die Masse an Titeln die filigrane Struktur der zur Zeit noch sehr kleinen Community: Andere, ehrgeizige Tagger könnten sich abgeschreckt fühlen. Ich werde den Nutzer ifas bei Gelegenheit mal aus der Liste der aktivsten Nutzer nehmen.

1 Response to “offizielle Literaturempfehlungen”


  1. 1 Teresa April 12, 2008 um 7:14 pm

    Bezüglich der verwandten Tags: Da Tagging-Systeme für viele noch unbekannt sind, ist meiner Meinung nach vor allem wichtig, dass an solchen Stellen eine gute Hilfe angeboten wird, die auch leicht gefunden werden kann. Das ist bei dir ja schon durch das Fragezeichen geschehen. Eventuell eine andere Überschrift verwenden, z.B. „Ergebnis spezifizieren durch verwandte Tags“ oder ähnliches.

    Die offiziellen Tags mit speziellen Rechten finde ich an sich eine gute Idee, um so zum Beispiel zu kennzeichnen, dass diese von „offizieller“ Seite (Dozenten etc.) vergeben wurde. Allerdings sollten diese eher sparsam eingesetzt werden, denn in erster Linie richtet sich mybib ja an den Otto-Normal-Nutzer der Uni-Bib, der sich vielleicht verschreckt fühlt, wenn er solch einen Tag ebenfalls eingegeben möchte, ihm das aber verwehrt wird. Gerade bei einem System wie mybib, das von den Nutzern lebt, sollte so wenig Kontrolle wie möglich ausgeübt werden!


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