„Richtig“ taggen…

Zwei sehr interessante Fragen, mit denen bereits mehrere Nutzer auf mich zu gekommen sind:

  • Darf ich bereits vorhandene Schlagworte nochmal als Tag vergeben?
  • Darf ich tags für ein Buch vergeben, dass ich noch gar nicht in der Hand hatte?

Anscheinend liegen hier in einem akademischen Bibliothekskontext besondere Unsicherheiten vor. Mir selber wären diese Fragen gar nicht gekommen – wahrscheinlich aus dem Verständnis, dass ich bei der Benutzung von anderen Tagging-Diensten entwickelt habe. Verständlich aber, dass sich myBib nicht so anonym anfühlt wie z.B. del.icio.us… Zum einen wegen des stärker lokal gebundenen Kontextes (man kennt sich). Zum anderen aber wahrscheinlich auch wegen der relativ geringen Zahl an Tags, die zur Zeit insgesamt im System vorhanden sind. Jedes neue Tag bekommt so natürlich eine höhere Aufmerksamkeit.

Zusätzlich zu den Motivationen zur Tagvergabe müssen jedenfalls auch restriktive Überlegungen bedacht werden. Wie genau muss ich die Ressource kennen, um die Tags zu finden, die am besten geeignet sind? Hilft es mir (oder irgendjemandem) wenn ich ein bereits als Schlagwort vergebenes Wort als Tag benutze? Darf ich überhaupt ein nur auf mich persönlich gerichtetes Tag wie ‚zurückgeben‘ in den öffentlichen Raum stellen?

Um diese Fragen zu beantworten, hilft (hoffentlich) Zeit und Erfahrung: Dass Tags mit sehr persönlichem Charakter nicht allzu sichtbar sind (z.B. in der tagcloud), wenn sie nur von einer Person vergeben werden, sieht man als Nutzer erst nach einiger Zeit. Dass man mit der Vergabe eines bereits vergebenen Schlagwortes zumindest nochmal die eigene Empfehlung ausdrückt: Das Buch passt zu dem Thema. Dass man durchaus, auch wenn man ein Werk selber noch nicht kennt, ja trotzdem schon durch die bibliographischen Angaben eine ungefähre Vorstellung davon hat. Je nachdem wie sicher man sich ist, kann man auf dieser Grundlage schon die Tags vergeben, die einem selber weiterhelfen würden, den Titel wiederzufinden.

Das wären natürlich nur meine persönlichen Antworten. Aber vielleicht sind die Mechanismen, die hier am Werk sind ja wirklich andere. Ich hoffe, in nächster Zeit durch die Analyse der vergebenen tags in dieser Beziehung etwas weiterzukommen. Zumindest scheinen schonmal nicht allzuviele Titel „privat“, also für andere unsichtbar, gespeichert zu werden (Default-Einstellung ist – natürlich – öffentlich…)

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